The Tale of the Poor Man of Nippur between Mesopotamian and Biblical Wisdom

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Giorgio Paolo Campi

Abstract

Dieser Artikel bietet eine vorläufige neue Deutung der literarischen Komposition in akkadischer Sprache, die als Der arme Mann von Nippur bekannt ist. Diese Deutung impliziert eine teilweise Neubewertung früherer wissenschaftlicher Auffassungen und beruht auf einem vergleichenden Ansatz mit ausgewählten Beispielen sowohl der mesopotamischen als auch der biblischen Weisheitsliteratur. Zunächst werden ein philologischer Überblick über die erhaltenen Handschriften und ein Abriss der Handlung (mit Anmerkungen zu den umstrittensten und/oder schwer verständlich Textstellen) gegeben und einige Bemerkungen zu den darin enthaltenen Informationen gemacht.
Anschließend wird in einem Überblick über die bisherige wissenschaftliche Aufassung der Erzählung die hermeneutische Sackgasse aufgezeigt, in der sich die Interpreten befinden, wenn sie sich mit der Erzählung beschäftigen. Die Identifizierung eines gemeinsamen Hintergrunds von Tropen und Motiven zwischen Der Arme Mann von Nippur und der mesopotamischen sowie der biblischen Weisheitsliteratur des ‘rechtschaffenen Leidenden’ legt den Grundstein für eine neue Deutung, die die Sackgasse umgeht und es ermöglicht, Der Arme Mann in einen neuen Kontext einzuordnen und als ‘Hypertext’ zu begreifen, der mit der weisheitlichen Literaturtradition im Gespräch ist. Letztendlich kann Der Arme Mann als ein Beispiel für "skeptische Literatur" gelesen werden, in Übereinstimmung mit anderen verwandten Beispielen, die aus der Weisheitstradition stammen.

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